Konzeption und Moderation: Yeliz Kavak-Küstner, Gründerin der KOMKüche . Strategische Kommunikations- und Markenberatung in Mannheim
Panelmoderation zu Frauen in Führung: drei Themenfelder
Der Panel Talk untersuchte, warum Frauen in Marketing und Kommunikation stark vertreten sind, ihr Anteil auf den obersten Führungsebenen jedoch sinkt. Das Veranstaltungskonzept verband aktuelle Daten, unterschiedliche Führungsperspektiven und eine moderierte Diskussion über Karrierewege, Unternehmenskultur und strukturelle Verantwortung.
Von der Ausgangsfrage zum Veranstaltungskonzept
Am 24. September 2026 habe ich für die MarketingFrauen des Marketing Club Rhein-Neckar einen Panel Talk unter dem Titel „Frauen im Marketing = Frauen in Führung?“ konzipiert und moderiert.
Gemeinsam mit dem MarketingFrauen Team entstand ein Abend, der fachliche Einblicke, persönliche Erfahrungen und eine fundierte Diskussion miteinander verband. Bei der Eventorganisation war uns wichtig, den Teilnehmenden in einem einzigen Format möglichst viel Mehrwert zu bieten. Viele Frauen verfügen neben Beruf, Familie und weiteren Verpflichtungen nur über begrenzte Zeit für Veranstaltungen und Netzwerkarbeit.
Das Ergebnis war ein kompakter Abend mit fachlichem Rahmenprogramm, Austausch und einem Panel Talk mit Tiefgang. Nahezu alle angemeldeten Gäste erschienen. Trotz zeitlicher Überziehung blieben die Teilnehmenden bis zum Schluss und beteiligten sich mit persönlichen und hartnäckigen Fragen.
Aktuelle Kennzahlen als Grundlage
Die inhaltliche Vorbereitung begann mit einer umfangreichen Recherche zu Frauen in Beschäftigung und Führung. Dafür habe ich Daten aus dem IAB-Betriebspanel, der Bundesagentur für Arbeit sowie aus Berufsfeld- und Agenturstudien ausgewertet.
Untersucht wurden die Privatwirtschaft, ausgewählte Branchen sowie die Berufsfelder Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Dabei zeigte sich eine zentrale Schwierigkeit: Beschäftigtenanteile, betriebliche Führungsebenen, Funktionsleitungen, Geschäftsführungen und Unternehmensvorstände werden in den verfügbaren Erhebungen unterschiedlich definiert.
Für Marketingleitungen und CMO-Positionen fehlen weiterhin belastbare, branchenübergreifende Frauenquoten. Gerade diese Datenlücke ist aufschlussreich. Die Zahl der Frauen in Marketing und Kommunikation lässt sich gut erfassen. Auf dem Weg zur Unternehmensspitze wird die Datenlage zunehmend intransparent.
Die recherchierten Kennzahlen dienten deshalb als Ausgangspunkt für das Gespräch. Sie sollten unterschiedliche Entwicklungen sichtbar machen, ohne scheinbar vergleichbare Zahlen miteinander gleichzusetzen.
Drei Themenfelder für eine gemeinsame Diskussion
Die Moderation war als zusammenhängendes Gespräch angelegt. Die vier Gäste auf dem Podium brachten Perspektiven aus HR, Psychologie, Konzern, Mittelstand, Marketing und Unternehmensleitung ein.
Die Fragen entstanden aus einem ausführlichen Briefing und griffen die persönlichen Erfahrungen und Positionen der Gesprächsgäste auf. Dadurch konnten sie aufeinander reagieren, Aussagen ergänzen und unterschiedliche Überzeugungen direkt miteinander verhandeln.
Der Panel Talk führte durch drei Themenfelder.
Wo verändern sich Karrierewege?
Im ersten Teil ging es um die Stellen, an denen sich die Karrierekurve von Frauen verändert. Diskutiert wurden formale Entwicklungsstufen, Elternzeit, Gruppendynamiken und kulturelle Vorstellungen davon, wem Führung zugetraut wird.
Dabei wurde deutlich, dass Karrierechancen an vielen Stellen geprägt werden: durch die Auswahl für anspruchsvolle Aufgaben, durch Empfehlungen, Entwicklungsprogramme, Nachfolgeplanung und die Bewertung von Führungspotenzial.
Wo endet Eigeninitiative?
Das zweite Themenfeld widmete sich der Grenze zwischen individueller Handlungsfähigkeit und struktureller Verantwortung.
Selbstbewusstsein, Sichtbarkeit, Netzwerke und gegenseitige Unterstützung können Frauen auf ihrem beruflichen Weg stärken. Diese Fähigkeiten dürfen jedoch nicht zu zusätzlichen Eintrittsvoraussetzungen werden, die Frauen erfüllen müssen, um in Strukturen voranzukommen, deren Regeln andere gesetzt haben.
Unternehmen und Führungskräfte entscheiden darüber, wer Zugang zu wichtigen Projekten erhält, wem Verantwortung übertragen wird und wer bei der Besetzung einer Führungsposition überhaupt in Betracht kommt.
Welche Maßnahmen verändern tatsächlich etwas?
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf konkrete Handlungsmöglichkeiten. Dazu gehörten verbindliche Zielgrößen, gezielte Talententwicklung, flexible Arbeitsmodelle, Führungskräfteentwicklung und eine Nachfolgeplanung, die weibliche Talente frühzeitig mit Verantwortung verbindet.
Entscheidend ist, dass Programme und Absichtserklärungen in konkrete Personalentscheidungen übersetzt werden. Erst wenn Frauen Ergebnisverantwortung übernehmen und bei Besetzungen tatsächlich berücksichtigt werden, wird aus Talentförderung ein veränderter Karriereweg.
Gleichstellung braucht das Gespräch miteinander
Erstmals haben wir das Format der MarketingFrauen ausdrücklich für Männer geöffnet. Sie folgten der Einladung zahlreich und beteiligten sich aktiv am Austausch.
Diese Öffnung war ein bewusster Bestandteil des Veranstaltungskonzepts. Führungskultur, Karrierechancen und Besetzungsentscheidungen verändern sich, wenn Frauen und Männer gemeinsam über Verantwortung, Privilegien und wirksame Maßnahmen sprechen.
Auch die Fragen aus dem Publikum zeigten, wie unterschiedlich die Erfahrungen und Erwartungen sind. Wir konnten nicht jede Frage abschließend beantworten. Der Abend hat jedoch Zusammenhänge sichtbar gemacht und eine Diskussion angestoßen, die über die Veranstaltung hinaus weitergeführt wird.
Was professionelle Eventkonzeption leistet
Der Panel Talk hat erneut gezeigt, dass eine gute Moderation lange vor dem Auftritt auf der Bühne beginnt. Sie entsteht durch sorgfältige Recherche, ein belastbares Briefing, individuell entwickelte Fragen und eine Dramaturgie, die durch das Thema führt und zugleich Raum für spontane Reaktionen lässt.
Mit der KOMKüche konzipiere und moderiere ich Panel Talks, Unternehmensveranstaltungen und Fachformate. Dazu gehören die strategische Themenentwicklung, Daten- und Quellenrecherche, das Briefing der Gesprächsgäste, die Entwicklung des Fragenstrangs und die Moderation auf der Bühne.
So entstehen Veranstaltungen, die fachliche Substanz, unterschiedliche Perspektiven und eine klare Botschaft miteinander verbinden.
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Mehr über mich und meine Arbeit.
Fotografie: Fotograf für Events, Business & Immobilien | Philipp Reimer